2019-04-12

 

...sagte ein Arbeitskollege zu mir, als ich am Donnerstagmorgen ein überfahrenes Kaninchen mit zur Arbeit brachte. Wie es dazu kam, erzähle ich am besten von Anfang an.

Morgens gegen 6 Uhr war ich mit dem Auto auf den Weg zur Arbeit, als ein junges Wildkaninchen, kurz vor meiner Arbeitsstätte die Straße überqueren wollte. Registriert hatte ich das Kaninchen schon aus dem Augenwinkel heraus, daher war es ein leichtes noch rechtzeitig zu bremsen.

Während also das Kaninchen die Straße überquerte, zugegeben noch völlig unbedarft und unerfahren, kam aus der Ausfahrt eines Firmengeländes ein Auto und fuhr auf die Straße in meine Richtung. Ich hatte mit dem Fahrer noch Blickkontakt, denn ich stand ja da um es über die Straße zu lassen, und trotzdem überfuhr dieses "A.....loch". ohne Skrupel das Kaninchen.

Ich sah wie es sich mehrfach überschlug, darum kämpfte wegzulaufen, aber nicht mehr konnte. Also bin ich schnell aus dem Auto raus und habe das Kaninchen mitgenommen zur Arbeit. Sicher war ich mir nicht das es überlebt,  denn es befand sich in einem Schockzustand. Äußerliche Verletzungen konnte ich aber keine feststellen. Ich musste also zum Tierarzt fahren.

Dieser war aber so früh noch nicht in seiner Praxis also habe ich „Nini“, so habe ich es jetzt einfach mal genannt, in eine ausgepolsterte Kiste gelegt, gut eingewickelt in ein Handtuch damit es nicht auskühlt und abgedeckt damit der Stressfaktor so klein wie möglich ist.

Später beim Tierarzt wurde Nini geröntgt und die Diagnose gestellt, dass es einseitig eine ausgekugelte Hüfte hat.

Nini bleibt jetzt für ein paar Tage in meiner Obhut. Es darf sich die ersten Tage nicht viel bewegen, muss täglich Schmerzmittel erhalten und das Ganze erst mal verdauen. Schließlich ist es ein Wildtier und der Kontakt zum Menschen ist beängstigend.

Ihr Krankenbett habe ich für die ersten Tage in einer Hundebox eingerichtet. Dort bleibt es für ein paar Tage und darf dann für ein paar weitere Tage in ein etwas größeres Gehege um zu sehen, wie es mit dem Laufen klappt. Der Tierarzt meinte, es würde zwar immer humpeln, aber die Chance, dass es gut damit zurecht kommt ist sehr hoch.

Sobald ich den Eindruck habe, es kann so gut laufen, dass es sich wieder von alleine ernähren kann, werde ich „Nini“ in die Freiheit entlassen. Auf diesen Tag freue ich mich schon und „Nini“ erst recht.

Ich weiß, dass nicht jeder mein Handeln verstehen wird und genauso denkt wie mein Kollege. „Das ist doch nur ein Wildkaninchen!“, aber für mich gibt es das Wort „nur“ im Zusammenhang mit Lebewesen nicht.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende

Petra vom ATL-Team